WortBildHauer

Meditationen

Buddha


zwischen

Nichts

und

Nichts


spannt sich

die Welt


es ist Nichts

das sie

zusammen

hält

da sein

lieben

ohne Grenzen


ganz sein

verbunden

in jeder Trennung


nur jetzt

ist Leben

Leben dehnen

in himmlische

Höhen streben


fliegen


in endloser Weite

mich verlieren


wandern


tief, tiefer

in größte Tiefen


tauchen


in meiner

Mitte

sein


und ganz

wissen vom Ende


der Zeit


nur Jetzt hat Ewigkeit

ich sitze und atme


verlier mich in Gedanken


merke das Merken

Moment

im Sterben lebt

und im Leben stirbt


jeder Moment


erlebt


seine Geburt

und vergeht


und


ich


?


:


bin


der

Raum


und die

Zeit


und


das Leben


in mir

ist


alles


empfangen

und 

gegeben

Findung

bin ich der?

der, der da 

denkt? fühlt?


Farben sieht?

Grillen rufen und Brunnen

plätschern hört?


bin ich

der Film 

von heute nacht?


bin ich der, 

der andre glücklich

macht?


der Mann

für meine Frau

oder für alle?


bewusst

hier oder nur

zu fällig?


bin ich gemeint?

ein Gast nur?

und von wem eingeladen?


das Leben

lebt und ich?

hab so viel Fragen


im Fragen

achtsam bleiben

nie letzte Antwort finden


und immer

immer wieder 


leben 

wagen


Platz des Dichters

inmitten der Mitte

von Denken, Fühlen, Wahrnehmen

schwebend, meditativ

leicht und beflügelt

farbige Worte, empfindsame Bilder

Umrisse, Ahnungen, aus denen

fern Begreifbares tropft


es gilt

zur rechten Zeit

wachsam dein Gefäß

dorthin zu halten


das im Geist Flatternde

sich setzen

und das Netz deines Stiftes

die besten Schmetterlinge

fangen und bannen

zu lassen


alles ohne zu tun

geschehen lassen

dürfen


wie Wellen

eines fernen Meeres

die deinen Fluss

hochfluten

plötzlich ganz nah

und eigen vertraut

jetzt, da endlich

die Mündung offen


und dein Geist zum Gehör wird

still lauschend:

dem Fließen, Kräuseln, Schäumen

und irgendwann ausschwappen

in Frieden


dich und

die weite Decke

deines Papiers

dankbar beschenkt

zurück

lassend

wenn die Seele

zuhause ist


hat jeder Schatten

die richtige Länge


stimmt jede Bewegung 

in allem sich ab


hört sich die Stille

als feiner Gesang


sind Sommer und Winter

Frühjahr und Herbst


harmonisch gewogen

und singen das Leben


bin ich beschenkt

voll heller Wärme


mit sonnigem Licht

im rechten Maß


und Liebe ist es

die mich zutiefst


im Leben

daheim


verwurzelt

Wenn du aufhörst

alles einzuordnen


wird Leben

dramatisch

unsicher


und


begeisternd

schön 

Thomas Dietz : Lyrik, Skulptur & Fotografie